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Joomla Projekt – Aus Fehlern lernen

Jedes Jahr Ende Oktober werde ich von meinem Hoster Novatrend erinnert, meine „joomlainfo.ch/joomlaclub.ch“ Domains zu erneuern. Dieser Moment ist immer auch ein Moment der Reflektion.

Fragen wie, lohnt es sich noch in Joomla! zu investieren? Wo steht das Projekt? Hat es sich vorwärts bewegt? Besteht noch Interesse am Projekt, soll ich erneuern?

Ich gehöre zu den Nutzern, welche die Joomla! Geburtsstunde im August 2005 selber miterlebt hat. Mein forum.joomla.org Konto besteht seit der Gründung von Joomla!. Darum habe ich auch eine besondere Beziehung zu diesem Projekt.

Während dieser Zeit habe ich viele gute Leaders kommen aber auch wieder gehen sehen. So geschehen auch gerade wieder in dieser Woche. Solche Ereignisse geben mir jedes Mal aufs Neue zu denken. Zu einigen der ehemaligen Leaders, pflege ich heute noch guten Kontakt.

Klar, in einem weltweiten Projekt wie Joomla es ist, ist schnell Ersatz gefunden. Doch viele, welche jetzt neu zum Projekt hinzugestossen sind, haben keine Ahnung mehr, was Joomla! ursprünglich verkörpert hat und woran es letztendlich seinen Erfolg zu verdanken hat.

Die „Seele“, der „Charme“ oder „Charakter“ dieses Projekts trocknet (leider) mehr und mehr aus. Plötzlich wird mein eigenes Kind, dass ich so schön hab aufwachsen sehn, mir fremd.

Politisches Joomla! Umfeld

Zu Beginn diesen Jahres (März 2014) gab es die Entscheidung von OSM, für das Joomla!Framework die LGPL Lizenz anstelle der GPL einzuführen. Man erhoffte sich so mehr Unterstützung aus der Proprietären SW-Entwicklung und Impulse für das eigene Projekt. Fazit: kurz, das Joomla! Framework ist am Boden! Die gleichen Leute, welche mit grossen langen Posts dafür gestimmt haben, tragen selber nichts mehr zur Entwicklung bei. Contributions auf GitHub ans Joomla! Framework-Projekt tendiert gegen Null.

An der JWC 2012 in San José hat man entscheiden die neuen Leadership-Strukturen nicht weiter zu verfolgen, da es zu Recht grossen Widerstand aus der Community gekommen ist. Nun geht das Spielchen wieder von vorne los.

Irgendwie können ein paar Personen am Joomla! Projekt nicht genug Geld und Macht bekommen und versuchen immer wieder aufs Neue, Strukturen wie in einer Grossunternehmung einzuführen. Leider haben sie nicht den Mut, die wahren Gründe und Motivation dieser Veränderungen offen darzulegen.

So soll gemäss dem Vorschlag das heute rund 30-40 Köpfige Leaderteam auf 6 (+3) Personen gekürzt werden (s. Grafik oben). Diese würden sich sogar selber aus den eigenen Arbeitsgruppen wählen lassen. Ein Veto von aussen ist ausgeschlossen. Das erinnert mich an Sepp Blatter und seine FIFA.

Sieht man sich die aktuelle Roadmap der Umsetzung der Strukturanpassung an, wird die Community ganz am Schluss (ca. mitte November nach der JWC) informiert, nachdem alle übrigen Leiter und Teams bereits entschieden haben.

Kommunikation

Und das bringt mich zu meinem nächsten Punkt, die Kommunikation. Die aktuelle Informations-Politik des Projekts schürt nichts als Misstrauen. Hatte man früher direkt von den Leitern Infos aus erster Hand erhalten, wird es heute immer schwieriger überhaupt an Infos heran zu kommen. Joomla! hat zwar seit geraumer Zeit eine eigene Marketing Gruppe, doch durch die verschiedenen Gremien werden die Kommunikationswege immer komplizierter. Diskussionen finden praktisch überall statt. Twitter, Google Gruppen, Slack, IRC-Chats, Skype, Blog-Posts usw. Und dann wundert man sich, dass jeder was anderes sagt….

Früher wurde ich von den Leitern direkt kontaktiert, weil sie wussten, dass ich ein Joomla! Newsportal (2005-2008 joomlanews.ch ab 2010 dann joomlainfo.ch) hatte. Ich durfte an Chats teilnehmen und bekam alle Infos aus erster Hand. Meine Artikel wurden verlinkt und verbreitet. Heute finden Diskussionen hinter „verschlossenen“ Türen statt und die Community wird erst ganz am Schluss, wenn die Meinungen bereits gemacht sind, über die getroffenen Entscheide informiert.

Der Aufwand, einen seriösen Joomla! Artikel zu recherchieren, formulieren und publizieren wird immer grösser. D.h. oftmals mehrere Stunden alle diese Kanäle durchlesen und miteinander vergleichen.

Aus Fehler lernen – Innovativ bleiben

Nur wer Fehler machen darf, kann auch innovativ werden. Hier sehe ich die Chance für das Projekt. Ist man selbstkritisch genug und gibt man zu, das LGPL ein Schuss nach Hinten war, wäre das ein wichtiger Schritt nach vorn.

Hat man verstanden, dass Joomla! kein Unternehmen sondern ein Volonteer-Projekt ist und richtet man seine Strukturen danach, so besteht durchaus noch Hoffnung. Diskussionen mit der Community müssen wieder frühzeitig und kanalisiert (an einem Ort: forum.joomla.org) und vor allem vor einem allfälligen Entscheid stattfinden. Es kann nicht sein, dass ein paar wenige über das Schicksal von vielen entscheiden. Sondern umgekehrt. WordPress machts vor, wie man die Community mustergültig in Entscheide einbindet.

Zudem ist jeder aus der Community angehalten aufzustehen und die rote Kelle hoch zu halten, wenn ein paar wenige versuchen, die Macht an sich zu reissen.

Denn was nützt uns eine perfekte Unternehmensstruktur für Joomla!, wenn keiner mehr da ist, der guten Code schreibt? Sonst fragt mal Miro Systems! So hoffe ich schwer, das die aktuelle Struktur-Diskussion zu einem guten Ende kommt und man sich dann wieder um die wichtigen Dinge, wie z.B. die kommende 3.4 Version, kümmert.