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Joomla Projekt im Sinkflug

Angeregt durch einen Artikel im Joomla! Community Magazin (JCM), habe ich mir ebenfalls Gedanken gemacht, wie es aktuell um die Gunst dieses CMS steht.

Einzig mit der Schlussfolgerung des Artikels (..Joomla is growing) kann ich mich nicht ganz einverstanden erklären. Es ist immer schwierig, über ein Projekt, indem man selber über Jahre, ja Jahrzehnte mitgearbeitet und viel zeit und Herzblut investiert hat, objektiv zu schreiben. Da es aber das Joomla! Projekt in der aktuellen Magazin-Ausgabe es selber tut, finde ich, dass es legitim ist, hier auch ein paar Sätze dazu zu schreiben.

Joomla macht so einiges, aber wachsen gehört nicht dazu. Klick um zu Tweeten

Ich bin ja seit Beginn von Joomla aktiv in der Community tätig. Letztes Jahr durfte man im September das zehnjährige Bestehen feiern. Ich kenne das Projekt ganz gut und weiss, wo es seine Vor- und Nachteile hat. Seit der Auflösung der bisherigen Projektstruktur im Mai 2016 funktioniert das Projekt nur noch interimistisch.

Gerade bei den Finanzen und Geschäftszahlen gibt es ein grosses Vakuum. Seit Monaten versucht man einen neuen Schatzmeister zu finden, der die Geschicke und Ausgaben des Projekts leiten soll. Selbst das Transition-Team (Umwandlungs-Team), welches das Projekt in die neue Struktur überführen soll, hat bis heute nichts Essentielles hervor gebracht.

Nebst den strukturellen Baustellen gibt es natürlich in der Software selber eine grosse Unsicherheit, wie es weitergehen soll. Erst kürzlich hat man wieder an der Versionierung herum geschraubt, was für einige Verwirrung gesorgt hat. Dann gibt es Kräfte die bereits an der Version 4 arbeiten und andere, die weiterhin den 3.x Zweig vorantreiben. Statt ein Miteinander am selben Zweig gibt es zwei Zweige die von unterschiedlichen Personen und Interessen gesteuert sind.

Die Joomla Community ist nicht mehr das, was es mal war. Klick um zu Tweeten

Und da ist noch die oft gelobte Community. Das Projekt behauptet von sich, die beste/stärkste Community zu haben. Doch schaut man sich Diskussionen in den Social Medien und Foren an, stellt man doch immer häufiger aggressive Töne innerhalb der Verantwortungsträger des CMS fest. Nicht dass es die früher nicht schon gegeben hätte, aber die vielen positiven Schlagzeilen vermochten diese Töne immer zu übertreffen.

Ich persönlich glaube, dass das Projekt in einer grossen Identitätskrise steckt. Das zeigt sich überall im Projekt. Zwar ist man bemüht, nach aussen die Fassade des früheren Erfolgs zu bewahren, aber spricht man mit Personen, die das Projekt von innen kennen, dann kommen die echten Probleme zur Sprache.

So schön es im Artikel im JCM auch klingt. Aber Joomla! ist alles andere, als am Wachsen. Vielleicht ist es an der Zeit, sich dieser Tatsache zu stellen und als ersten Schritt, ehrlich gegenüber sich selber zu werden. Das fängt damit an, zuzugeben, dass das Joomla! Projekt nach wie vor im Sinkflug ist.