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WordPress-Übersetzungen: der Knopf, der nie verschwindet

Der Knopf für neue Übersetzungen taucht im WordPress-Dashboard immer wieder auf. Warum du ihn ignorieren darfst, was seit 2013 automatisch läuft und wann er doch ein echtes Problem anzeigt.

WordPress-Dashboard mit leuchtendem Aktualisieren-Knopf vor einer Bergkulisse

Eine wahre Geschichte über WordPress, einen unsichtbaren Hausmeister und eine Frau, die zu Recht wütend war.

Frau Bühler betreibt einen Coiffeursalon in Burgdorf. Ihre Webseite läuft mit WordPress, und einmal pro Woche, immer montags nach dem Aufräumen, loggt sie sich ein und schaut nach dem Rechten. Sie ist gründlich. Sie mag es, wenn Dinge in Ordnung sind.

Und jeden Montag begrüsst sie derselbe Satz:

Neue Übersetzungen sind verfügbar.

Daneben ein Knopf. «Übersetzungen aktualisieren.» Frau Bühler klickt. Es rattert kurz, ein grüner Balken läuft durch, alles ist gut. Ordnung hergestellt.

Am nächsten Montag ist der Knopf wieder da.

Sie klickt erneut. Und wieder. Sechs Wochen lang. Irgendwann ruft sie mich an und stellt eine Frage, die vollkommen berechtigt ist: «Ist das kaputt, oder verarscht mich diese Maschine?»

Keins von beidem. Aber die Wahrheit ist deutlich seltsamer.

Der unsichtbare Hausmeister

Stell dir WordPress als ein grosses Mietshaus vor. Du wohnst drin, du kümmerst dich um deine Wohnung, und ab und zu kommt Post: neue Version von diesem Plugin, neue Version von jenem Theme. Du entscheidest, ob du aufmachst.

Was kaum jemand weiss: In diesem Haus gibt es einen Hausmeister. Er kommt zweimal täglich, meist nachts, wenn niemand hinschaut. Er fragt nicht, er klopft nicht, er hinterlässt keine Rechnung. Er wechselt Glühbirnen, wischt das Treppenhaus, und ja: Er bringt auch die Übersetzungen auf den neuesten Stand.

Diesen Hausmeister gibt es seit 2013. Damals hat WordPress beschlossen, dass Sprachdateien niemanden belästigen sollten. Sie werden einfach erledigt. Automatisch. Ohne Nachfrage. Bis heute.

Zum Vergleich: Für Plugins und Themes gibt es die Automatik erst seit 2020, und dort musst du sie ausdrücklich einschalten. Die Übersetzungen waren also sieben Jahre früher dran.

Damit ist auch die Frage beantwortet, warum es für Übersetzungen keinen Schalter gibt: Der Schalter steht bereits auf «ein». Er wurde nie eingebaut, weil es nichts zu entscheiden gibt.

Warum dann der Knopf?

Jetzt wird es kurz absurd, aber bleib dran, es lohnt sich.

Übersetzungen für WordPress werden nicht von einer Firma gemacht. Sie entstehen in Freiwilligenteams, überall auf der Welt. Menschen, die abends nach der Arbeit an einem Bildschirm sitzen und überlegen, ob «Submit» jetzt «Absenden» oder «Abschicken» heissen soll. Das ist zutiefst sympathisch, und es hat eine Nebenwirkung: Diese Leute arbeiten in ihrem eigenen Tempo.

Ein Plugin erscheint also am Dienstag. Die deutsche Übersetzung wird am Samstag fertig. Bis Samstag hat dein Mietshaus ein paar Schilder, auf denen noch Englisch steht.

Am Samstagabend meldet WordPress: Es gibt was Neues. Und genau in diesem Moment beginnt das Missverständnis. Denn WordPress schreibt zwar sofort einen Zettel an die Pinnwand, aber der Hausmeister kommt erst in der Nacht. Zwischen Zettel und Erledigung liegen ein paar Stunden.

Frau Bühler loggt sich montags um acht Uhr ein und sieht den Zettel. Sie klickt. Sie macht damit die Arbeit, die der Hausmeister sowieso gemacht hätte, ungefähr so, wie wenn man vor dem Besuch der Putzfrau nochmal durchsaugt.

Und dann, am nächsten Wochenende, wird irgendwo auf der Welt wieder eine Übersetzung fertig. Neuer Zettel. Neuer Montag. Neue Wut.

Das Problem ist nicht, dass WordPress nichts tut. Das Problem ist, dass WordPress dir nicht sagt, dass es etwas tut. Der Zettel an der Pinnwand ist nicht falsch. Er ist nur schlecht formuliert und wird zu spät abgehängt.

Die gute Nachricht

Man arbeitet daran, seit über zehn Jahren. 2014 wollte jemand die Automatik abschalten dürfen, weil sie ihm beim Übersetzen dazwischenfunkte. 2015 fragte einer, warum man nirgends sieht, welche Sprachpakete gerade erneuert wurden. Die Antwort eines WordPress-Entwicklers darauf ist die vielleicht ehrlichste Zusammenfassung der ganzen Geschichte: Übersetzungs-Updates seien etwas, womit er die Nutzer nicht behelligen wolle.

2016 störte sich jemand daran, dass der Knopf «Plugins aktualisieren» die Übersetzungen ungefragt mitnimmt. Und 2017 stellte einer genau die Frage, die auch Frau Bühler stellt: Wenn ohnehin alles automatisch läuft, warum steht dann dieser Knopf da?

Drei dieser vier Notizen sind bis heute offen. Neun Jahre nach der letzten hat jemand sie noch einmal hervorgeholt und einen Vorschlag geschrieben: Der Zettel soll künftig verraten, worum es überhaupt geht. Welches Plugin, welche Sprache, welche Version. Der Vorschlag ist fertig und getestet. Er wartet nur noch darauf, dass jemand mit den nötigen Rechten Ja sagt.

Wann das passiert, weiss niemand. Bei einem Projekt, an dem tausende Freiwillige mitarbeiten, dauern manche Dinge eben ein Jahrzehnt. Auch das ist zutiefst sympathisch, wenn man nicht gerade montags um acht davorsitzt.

Und wenn der Knopf wirklich nie weggeht?

Manchmal ist der Knopf kein Missverständnis, sondern ein Symptom. Dann kommt der Hausmeister nämlich tatsächlich nicht mehr. Die häufigsten Gründe:

Er wurde ausgesperrt. WordPress hat eine interne Uhr, die den Hausmeister losschickt. Auf manchen Seiten ist diese Uhr stehengeblieben. Erkennbar unter «Werkzeuge», dann «Website-Zustand».

Der Vermieter hat es verboten. Viele Hosting-Anbieter schalten Automatik grundsätzlich ab, aus Vorsicht. Das trifft die Übersetzungen gleich mit, ohne dass es jemand extra so gewollt hätte.

Die Wohnung ist abgeschlossen. Wenn WordPress bei Updates nach Passwörtern fragt, kommt der Hausmeister nicht rein. Dann muss immer jemand von Hand aufmachen.

Es gibt schlicht keine Übersetzung. Gekaufte Plugins von kleineren Anbietern hängen nicht am offiziellen Übersetzungssystem. Für die wird nie etwas geliefert, egal wie oft man klickt.

Alle vier Fälle sind lösbar, aber keiner davon durch Klicken. Das ist der frustrierende Teil.

Was Frau Bühler jetzt macht

Ich habe die Uhr repariert. Seither erledigt der Hausmeister seine Arbeit wieder in der Nacht, und der Zettel ist meistens schon weg, bevor sie sich montags einloggt.

Manchmal erwischt sie ihn trotzdem. Dann klickt sie nicht mehr. Sie schaut kurz hin, denkt «ach, ihr Übersetzer, ihr Fleissigen», und macht die Seite zu.

Am Dienstag ist er von selbst verschwunden.

Lieber jemanden, der hinschaut?

Wenn du dich weder um Knöpfe noch um stehengebliebene Uhren kümmern willst: Genau dafür gibt es meinen WebCare-Service. Ich halte deine Website aktuell, prüfe regelmässig, ob im Hintergrund wirklich alles läuft, und melde mich, wenn etwas nicht stimmt. Damit du montags um acht Besseres zu tun hast, als im Dashboard nach dem Rechten zu sehen.

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