UDM Pro direkt am Glasfaseranschluss: Warum ich vom Allnet XGS-PON auf das Nokia-Modul gewechselt habe
Wie es dazu kam
Mein erster Artikel «Glasfaser direkt an der UniFi Dream Machine Pro mit iWay – bye bye FRITZ!Box 5530» hat richtig Wellen geschlagen.
Viele Leser und sogar mein Provider haben sich gemeldet. Der Beitrag wurde vielfach geteilt, diskutiert und auf LinkedIn kommentiert.
Und genau daraus entstand mein nächstes Experiment: das Nokia XS-010S-Q XGS-PON-Modul, empfohlen von iWay.
Beim Wechsel vom Allnet zum Nokia XS-010S-Q lief zunächst alles wie gewohnt: Kabel grün-grün blieb unverändert, DHCPv6 wurde deaktiviert, und nach einem Neustart meldete die UDM Pro plötzlich «Internet restored».
Laut iWay-Support lag das daran, dass die MAC-Adresse meines WAN2-Ports bereits registriert war. Das System erkannte also die neue XGSSN (Seriennummer des Nokia-Moduls) automatisch und übersprang die Splashpage-Registrierung.
Warum keine neue Registrierung nötig war
Beim Wechsel bleibt die MAC-Adresse der UDM Pro unverändert, auch wenn das ONT-Modul (XGS-PON) getauscht wird. Swisscom bzw. iWay erkennen den Anschluss anhand dieser MAC automatisch wieder.
Solange sich also nur das Modul, nicht aber der Router ändert, entfällt die Splashpage-Aktivierung.
Hier das Feedback von Nick Graf (Network Engineer bei iWay):
- Fiber-Kabel: Bitte LC/APC–SC/APC (grün–grün) verwenden.
❌ LC/APC–SC/UPC (grün–blau) verursacht mehr Reflektionen.
Ein detaillierter Leitfaden dazu findet sich im Fiber Guide V5 von Freestone (PDF). Auf Seite 11 sieht man den Unterschied zwischen APC und UPC sehr anschaulich. - Nokia XS-010S-Q: günstiger (CHF 145.–), besser verfügbar, läuft auf Swisscom, EWZ, EWB und SAK.
- DHCP Option 60: nur für direkte Swisscom-Kunden.
Bei iWay (BBCS) nicht setzen – sonst falsche Splashpage. - Aktivierung: läuft über die XGSSN (Seriennummer).
Die MAC-Adresse wird nur einmalig für die Erstaktivierung verwendet.
Also: neues Modul bestellt, Glasfaser korrekt verbunden und die UDM Pro mit dem Nokia-Modul direkt ans Netz gebracht.
Anleitung: vom Allnet ALL-BM410 zum Nokia XS-010S-Q
- Vorbereiten
– In der UDM Pro WAN2 (SFP+ Port 10) als WAN konfigurieren.
– VLAN 10 aktivieren (Pflicht bei Swisscom/iWay).
– Für die Aktivierung IPv6 deaktivieren, um auf die Splashpage zu gelangen (100.x.x.x-Adresse). - Seriennummer / MAC
– XGSSN (Seriennummer) vom Nokia notieren.
– iWay kann optional die MAC-Adresse hinterlegen, um die Aktivierung zu beschleunigen. - Modul & Glasfaser anschließen
– Nokia XS-010S-Q in den SFP+-Port stecken.
– LC/APC–SC/APC (grün–grün) verwenden. - UDM-Einstellungen
– VLAN 10 aktiv lassen.
– DHCP Option 60 bei iWay nicht aktivieren. - Aktivierung
– Das Nokia erkennt die Verbindung über Seriennummer & Passwort automatisch.
– Bei der Erstregistrierung kann die Swisscom-Splashpage erscheinen (OTO-ID + Aktivierungscode/NSN eingeben).
– iWay koppelt die Leitung über deine XGSSN. - Neustart & Kontrolle
– Nach rund 20 Minuten UDM Pro neu starten, IPv6 wieder aktivieren.
– Der Port sollte als GbE/10GbE angezeigt werden, Latenz ca. 9 ms.
Battle der Module: Nokia XS-010S-Q vs. Allnet ALL-BM410
Beide Module sind technisch top – aber unterschiedlich ausgerichtet. Das Nokia ist klar Provider-ready, das Allnet dafür offener für manuelle Konfiguration. Und: beide sind aktuell gut lieferbar. Was vor einem Jahr laut Foren noch anders aussah.
| Merkmal | Nokia XS-010S-Q | Allnet ALL-BM410 | Vorteil |
|---|---|---|---|
| Host-Ethernet | 1G / 2.5G / 10G (Auto-Negotiation) | 10GBase-X (fix 10G) | ✔ Nokia |
| Multicast / IPTV | IGMP v2/v3 Snooping | GEM-Broadcast (ohne IGMPv3) | ✔ Nokia |
| Management | OMCI + WebGUI (Passwort) | OMCI + Dual-Firmware mit Auto-Rollback | ✔ Allnet |
| Energieverbrauch | ≈ 2.6 W | < 2.8 W | ✔ Nokia |
| Preis (11/2025) | CHF 145.– (iWay) | CHF 199.– (kabelschweiz.ch) | ✔ Nokia |
| Kompatibilität | Swisscom + Partnernetze (iWay, EWZ, EWB, SAK) | Primär Swisscom | ✔ Nokia |
Mein Fazit
Nach dem Wechsel läuft das Nokia XS-010S-Q absolut stabil. Nach dem Neustart der UDM Pro lief die Verbindung sofort.
Ganz ohne Splashpage oder erneute Aktivierung. Offenbar wurde das neue Modul dank der bereits hinterlegten MAC-Adresse automatisch erkannt. Die Latenz blieb bei rund 9 ms und die Verbindung ist seither unverändert zuverlässig. Das Setup fühlt sich jetzt «runder» an. Weniger Bastelarbeit, mehr Providerqualität.
Besonders beeindruckend war, dass der Wechsel ohne erneute Aktivierung funktionierte. Ein Zeichen, wie sauber das Nokia-Modul mit der bestehenden MAC-Registrierung der UDM Pro zusammenspielt.
- Nokia XS-010S-Q: stabil, providerfreundlich, flexibles Auto-Negotiation, energiesparend.
- Allnet ALL-BM410: für Power-User spannend (Dual-Firmware, CLI), aber teurer und restriktiver bei Netzen.
Schreib mir über den Kontakt-Button. Ich freue mich auf den Austausch. Ich sage Danke an iWay (besonders Nick Graf) für Support & Testgerät!




