Von der UDM Pro zur UDM Pro Max

Warum ich nach fünf Jahren mein wichtigstes Bauteil im Netzwerk gewechselt habe und wie die Migration wirklich funktioniert, wenn man den Kniff kennt.
UDM Pro Max

Der Grund für den Wechsel

Seit 2021 lief in meinem Keller eine UniFi Dream Machine Pro der ersten Generation. Das allererste Modell, das Ubiquiti damals auf den Markt gebracht hatte. Fünf Jahre lang hat sie gute Dienste geleistet: als zentrales Element meines Heimnetzwerks mit UniFi Protect (Kameras), UniFi Access (Türkontrolle) und UniFi Drive (NAS).

Nach fünf Jahren intensiver Nutzung wollte ich auf aktuellere Hardware wechseln und die Migration zur UDM Pro Max war der logische nächste Schritt.

Dazu kommt: Die Hardware der ersten UDM Pro (4 GB RAM, eMMC Speicher) kommt mit den neueren UniFi OS Versionen und deren Features zusehends an ihre Grenzen. Zeit für ein Upgrade.

Warum die UDM Pro Max?

Für ein Setup mit Protect, Access und Drive ist die UDM Pro Max die logische Wahl. Gleicher Formfaktor, gleiche Ports aber völlig andere Hardware unter der Haube.

Merkmal UDM Pro (Gen 1) UDM Pro Max
RAM4 GB16 GB
SpeichereMMC (degradiert)NVMe SSD
HDD Schächte2× (Raid 1)
10G Uplink
RJ45 WAN Port1 Gbit/s2.5 Gbit/s
UniFi OS Zukunfteingeschränktzukunftssicher

Vorbereitung

Vor dem Migrationstag folgendes bereit haben:

  • Vollständiges System-Backup der alten UDM Pro → Settings › System › Backups › manuell herunterladen (.unifi Datei)
  • Screenshot der WAN/ISP-Konfiguration (SFP+ Einstellungen, VLAN-ID, IPv4/IPv6)
  • Ubiquiti Account Login (E-Mail + Passwort)
  • Laptop mit LAN-Kabel-Anschluss (USB-C auf RJ45 Adapter genügt)
  • Zeit einplanen: ca. 1–2 Stunden, Familie informieren

Schritt-für-Schritt Migration

Die Migration läuft in zwei Phasen: erst das Backup einspielen, dann die Hardware umbauen.

Phase 1 – Backup einspielen

  1. Neue UDM Pro Max auspacken, aber noch nicht als Gateway ans bestehende Netzwerk anschliessen.
  2. Neue UDM temporär als normalen Client ins bestehende Netzwerk hängen (LAN-Port, nicht SFP+), damit sie Internetzugang für die Registrierung bei ui.com hat.
  3. Browser öffnen, IP der neuen UDM aufrufen, mit Ubiquiti Account anmelden und Gerät registrieren. UniFi OS Updates werden automatisch gezogen.
  4. Im Setup-Wizard «Restore from Backup» wählen und die .unifi Datei hochladen. Backup wird eingespielt.
  5. Sobald Updates (optional) installiert sind und bevor die neue UDM anfängt das bestehende Netzwerk zu beeinflussen: Kabel ziehen.

Phase 2 – Hardware umbauen

  1. Alte UDM Pro ausschalten.
  2. Modem (bei mir das Nokia XGS-PON SFP+ Modul) aus der alten UDM in die neue UDM Pro Max umstecken.
  3. Core Switch per 10G SFP+ an neue UDM anschliessen.
  4. Neue UDM starten, kurz warten, dann 192.168.1.1 aufrufen.
  5. Geräte die sich nicht automatisch reconnecten: einmal auf Adopt klicken.

Stolpersteine & Learnings

Die Migration ist einfacher als befürchtet – wenn man diese Punkte kennt:
  1. Das Backup-Format: .unifi vs. .unf Der Setup-Wizard der neuen UDM fragt nach einer .unf Datei – das aktuelle UniFi OS erstellt aber .unifi Dateien. Das sind zwei verschiedene Typen: .unifi ist das vollständige System-Backup, .unf nur die Netzwerk-Konfiguration. Die .unifi Datei gehört in den «Restore from Backup»-Dialog nach dem Login bei ui.com, nicht in den Offline-Wizard.
  2. Internetverbindung für das Setup zwingend nötig Der vollständige Restore setzt eine Anmeldung bei ui.com voraus. Wer das SFP+ Modul direkt in der UDM hat, kann die neue Maschine nicht einfach ans bestehende Netz hängen. Lösung: neue UDM temporär als normalen Client (LAN-Port) einbinden, Backup einspielen, dann Kabel ziehen.
  3. IP-Konflikt vermeiden Die alte UDM ausschalten, bevor die neue ihre IP aus dem Backup übernimmt. Sonst haben zwei Geräte dieselbe IP – das gibt Chaos im Netzwerk.
  4. UNAS Pro 4 muss separat re-adoptiert werden Externe Geräte wie die UNAS Pro 4 tauchen nach dem Restore nicht automatisch in der Drive-App auf. Sie müssen im ui.com Account von der alten Konsole getrennt und bei der neuen UDM Pro Max neu adoptiert werden.
  5. Alte Site verschwindet erst nach 48 Stunden Die alte UDM Pro bleibt als inaktiver Eintrag im Site Manager sichtbar. Der «remove»-Link erscheint erst nachdem das Gerät 48 Stunden offline war. Rein kosmetisch – das Netzwerk läuft bereits einwandfrei.

Fazit

Der Wechsel von der UDM Pro zur UDM Pro Max hat sich gelohnt. Das Gerät läuft ruhig, schnell und stabil. 

Die Migration selbst war, wenn man die Stolpersteine kennt, überraschend unkompliziert. Die grössten Zeitfresser waren nicht die Technik, sondern das Verstehen des Backup-Formats und das richtige Timing beim Kabel ziehen.

Mein Setup: USW-Pro-24-PoE als Core Switch, 7 Protect-Kameras, 1 Access-Tür, UNAS Pro 4, Nokia XGS-PON SFP+ für den iway-Anschluss. Alle APs hängen am Core Switch und mussten kein einziges Mal manuell re-adoptiert werden. Das war die angenehmste Überraschung der ganzen Migration.

Bemerkung:
Wer eine UDM Pro der ersten Generation betreibt und über einen Wechsel nachdenkt: Ja, es lohnt sich. Und es geht schneller als man denkt, wenn man diese Anleitung zur Hand hat.
Hast du noch Fragen? Schreib mir über den Kontakt-Button. Ich freue mich auf den Austausch.
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